Die bekannteste Essstörung ist wahrscheinlich die Magersucht, obgleich sie nicht die häufigste Essstörung ist. Eine Magersucht wird auch "Anorexia Nervosa" oder "Anorexie" genannt. Eine Magersucht beginnt oft mit einer ganz gewöhnlichen Diät, die nicht mehr beendet werden wird. Meist sind es Mädchen und junge Frauen, die zu hungern beginnen und damit auch nicht aufhören, wenn sie ihr ursprüngliches Wunschgewicht längst erreicht haben. Trotz Untergewicht haben sie noch immer das Gefühl zu dick zu sein. Essen und Nichtessen bestimmen schließlich den ganzen Tagesablauf, das gesamte Denken.

Magersucht ist eine sehr gefährliche Krankheit, da das Hungern und das folgende Untergewicht zu vielen verschiedenen - mitunter lebensbedrohlichen Folgeerscheinungen- führen kann. Dazu zählen zum Beispiel Herz- und Kreislaufbeschwerden, das Ausbleiben der Monatsblutung, Magen- und Darmbeschwerden, Muskelschwäche, Konzentrationsstörungen sowie Haarausfall. Hinter einer Magersucht stehen immer sehr schwerwiegende psychische Probleme.

Eine Magersüchtige beschreibt die Ursachen ihrer Magersucht so:

"Hungern gab mir Halt und Sicherheit. Hungern half mir, meine Angst vor dem Leben zu bewältigen, meine Angst vor dem Selbständigwerden, der Verantwortung, dem Aufgeben meines Kindseins, meine Angst vor dem Erwachsenwerden. Hungern half mir, die Rolle des hilflosen, bedauernswerten Kindes aufrechtzuerhalten." (Gerlinghoff und Backmund 1994,S.28.)

Magersucht ist eine Krankheit, die unbedingt behandelt werden muss, da sonst die Gefahr besteht, dass sie chronisch wird und nicht mehr heilbar ist. Es gibt einige gute Bücher, die dir weiterhelfen können, zu erkennen, ob du magersüchtig bist und wo du Hilfe finden kannst. Auch kannst du dich an unsere Mitarbeiterinnen oder an die Mitarbeiterinnen einer anderen Beratungsstelle wenden.

» Fachinformationen zum Thema Magersucht findest du hier: www.praevention-von-essstoerungen.de